Zwar sind Kenntnisse in der Weltsprache Englisch heute unerläßlich, aber die einigermaßen sichere Beherrschung der Muttersprache ist die Grundlage für alles weitere. Wer seine Muttersprache nur radebrechen kann, wird sich auch in Fremdsprachen nicht zurechtfinden.
1. Ich glaube, daß 95% der Bevölkerung die größten Schwierigkeiten damit hätten, einen Text ins Futur II umzusetzen. Das Futur II ist schließlich eine äußerst sperrige Zeitform, die man, wenn überhaupt, nur sehr selten angewendet haben wird. Also werde ich da einmal Nachsicht gehabt haben.
2. Ich will Dir aber gerne zugestehen, daß Deine Fähigkeiten im Schriftdeutschen sehr weit über dem Durchschnitt nicht nur Deiner Altersgruppe, sondern der gesamten deutschsprachigen Bevölkerung stehen. Aufrichtiges Kompliment.
Als ich um die 16 war, Mitte der 80er war das, da stand "harzen" für das Rauchen von Cannabisprodukten, eine Variante zu "haschen", "perzen", "quarzen", "kiffen" also.
Viel wichtiger: damals herrschte noch Helmut Kohl über die westliche Hälfte des unvereinigten Deutschland, und von den Hartz-Reformen der Regierung Schröder konnte noch niemand etwas ahnen.
Eine alternative Möglichkeit wäre aber auch, dass ich auf 'normalem' Level bin und einfach nur der großteil der deutschen Bevölkerung gehörig nachgelassen hat, was ihr Schriftdeutsch betrifft ;)
Das ganz bestimmt. Die Grundlagen werden im Deutschunterricht nicht mehr vermittelt, und da, wo dieser Unterricht auf zwei Stunden in der Woche zusammengestrichen wird, kann man dafür nicht den Lehrern den Vorwurf machen. Die stehen zwischen allen Fronten und werden eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, in der auf schriftliche Sprachbeherrschung kein Wert mehr gelegt wird, alleine nicht aufhalten.
Beim Internet bin ich mir nicht ganz sicher. Bevor Hinz und Kunz die technische Möglichkeit gegeben war, sich schriftlich im Netz zu verewigen, dürfte es auch genug Leute mit defizitärer Rechtschreibung gegeben haben, nur mußte da seinerzeit nicht die halbe Welt mitlesen. Es ist auch nicht jeder zur Sprach- oder Rechtschreibkoryphäe geboren, und das schmälert den Wert eines Menschen auch nicht. Da kann und soll man über vieles hinwegsehen.
Nur wenn die publizistische Zunft, also Menschen, die beruflich mit Sprache zu tun haben, nicht mehr imstande ist, ihre Druck- und Netzerzeugnisse frei von wirklich groben Schnitzern zu halten, dann geht mir das jedesmal ganz furchtbar gegen den Strich. Zeitungen und Netzportale fließen heute vor Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so über, und das finde ich, Pedanterie hin, Kleinkariertheit her, eine institutionelle Schlamperei vor dem Herrn. So etwa im Forum der WAZ-Gruppe, "Der Westen", in der selbst die Administratoren einen "Thread" nicht von einem "Threat" unterscheiden können. Bedrohlich, so etwas - schließlich reden wir hier von Absolventen geisteswissenschaftlicher Fakultäten.
Ist mehr und besserer Deutschunterricht vonnöten? Ganz ohne Zweifel. Besteht Hoffnung? Nicht, solange die Lehrer auf ihrem verlorenen Posten weder auf die Politik noch auf die Gesellschaft zählen können.
Deshalb gehe ich davon aus, daß es in Zukunft nur noch schlimmer werden kann. Und deshalb freue ich mich auch jedesmal, Menschen gleich welchen Alters zu begegnen, denen ein vorzeigbares Schriftdeutsch noch etwas wert ist. Wie fühlt sich das eigentlich an, mit Anfang 20 schon ein Dinosaurier zu sein?
Ich mache mir nicht die Mühe, Ihren seltsamen Essay samt Umweg über die chinesische Geschichte (Sinologe?) auseinanderzunehmen, sondern zitiere einmal ganz selektiv.
Zitat von Rechter EuropäerDa sie dabei dem Erfolg ihres Volkes im Weg stehen...
Bitte um Klärung. Was verstehen Sie unter dem "Erfolg eines Volkes"?
Zitat von Rechter EuropäerMich persönlich packt bei solchen Leuten oftmals nicht nur die Mordlust, sondern ich habe richtig Lust sie vorher auch noch zu foltern.
Nee? Wie wär's mit "Platz an der Sonne"? Besser so?
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Ich mach's kurz.
Die globalen Probleme einer interdependenten Welt lassen sich im 21. Jahrhundert durch national(istisch)e Alleingänge nicht mehr lösen. Diese Ideologien samt dem von Ihnen hier offen vertretenen Sozialdarwinismus gehören ins 19. Jahrhundert, und das 20. hat dafür den Beweis geliefert.
Weiterhin: wir sind ein Sprachforum und kein virtuelles Testgelände für ideologische Flammenwerfer. Extremismus ist hier unerwünscht.
Zitat von Rechter EuropäerMich persönlich packt bei solchen Leuten oftmals nicht nur die Mordlust, sondern ich habe richtig Lust sie vorher auch noch zu foltern.
Aussagen wie diese bieten mehr psychologischen als politischen Diskussionsstoff.
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Ihre Meinung, "Rechter Europäer" (white supremacist?), haben Sie kundgetan, und Ihre Definition von "Gutmensch" auch.
Des weiteren ließen Sie die Welt an Ihren privaten Phantasien zum Umgang mit Andersdenkenden teilhaben.
Es ist entschieden. Das Unwort 2009 heißt betriebsratverseucht.
Eine gute Wahl, schließlich sind Arbeitnehmer, die ihre Rechte wahrnehmen und ihre Interessen vertreten, keine Seuche, sondern eine Notwendigkeit für eine funktionierende soziale Marktwirtschaft.
"Flüchtlingsbekämpfung" wäre vielleicht auch eine gute Wahl gewesen, allerdings handelt es sich hier wohl eher um einen sprachlichen Ausrutscher und nicht um den Ausdruck eines Bewußtseins, das der wortwörtlich verstandenen Begriffswahl entspräche. Ich entsinne mich, in den frühen 90ern einmal einen Brief erhalten zu haben von einem "Verein zur Bekämpfung krebskranker Kinder" (sic). Auch da unterstelle ich eher schlechten Stil und sprachliche Unbeholfenheit als alles andere, aber der Vergleich drängte sich auf.
Größter sprachlicher Missgriff 2009 "Betriebsratsverseucht" ist "Unwort des Jahres"
"Betriebsratsverseucht" ist das Unwort des Jahres 2009. Das gab die unabhängige Jury unter Leitung des Sprachwissenschaftlers Horst Schlosser in Frankfurt am Main bekannt. Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen "stört" zwar viele Unternehmen, sagte Schlosser. Dies als "Seuche" zu bezeichnen, sei aber ein zumindest sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen.
In der ARD-Sendung "Monitor" im Mai vergangenen Jahres habe ein Mitarbeiter einer Baumarktkette berichtet, dass die Bezeichnung "betriebsratsverseucht" von Abteilungsleitern verwendet werde, wenn ein Mitarbeiter von einer Filiale mit Betriebsrat in eine Filiale ohne Betriebsrat wechseln wolle, erklärte die Jury. In der neuen Filiale könnte ihm den Aussagen zufolge vorgehalten werden, dass sein bisheriges Vertrauen in eine Arbeitnehmervertretung die Einstellung gefährde.
Auf den weiteren Plätzen für das Unwort des Jahres kamen die Begriffe "Flüchtlingsbekämpfung", "intelligente Wirksysteme" und als sogenanntes Börsenunwort "Bad Bank".
Ist eben auch kein Gutmensch, der Professor Ickler. Naja, bei soviel Humankapital...
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Das mit den intelligenten Wirksystemen gibt doch Hoffnung. In den Kriegen der Zukunft werden keine Menschen mehr getötet - es wird nur noch intelligent auf sie eingewirkt.