Die kognitive Funktion der Sprache ist mit der pragmatischen Analyse der Sprache einhergehend. Die Sprache ist nicht nur Medium des Volkes, sondern dient der Repräsentation von Gegenständen und Sachverhalten. Nach Wilhelm von Humboldt transzendiert die Sprache den subjektiven Geist über die Intersubjektivität zum objektiven Geist. Sprache ist dann objektiv, wenn keine subjektive Wirkung erfolgt.
Allein schon das Denken an sich ist von persönlichen Neigungen und Gefühlen abhängig. Damit ist die kognitive Dynamik des Bewusstseins fest verankert mit der persönlichen Fühlmatrix. In der fiktiven Abkopplung gelingt es dennoch ein halluzinierendes Ich in den Dialog treten zu lassen, um in Gedanken diesen oder jenen Dialog schematisch ablaufen zu lassen. Die Selbstgespräche sind nicht nur dienlich, sondern absolut menschlich und der Gesundheit förderlich, so belegt es die Neurobiologie. (Prof. Metzinger)
Die heutige Sprache hat den Status einer gesellschaftlichen Tatsache verloren. Das Sprachspiel besteht vielmehr aus Aufstellungen von Behauptungen, gerichteten Werturteilen oder dem Bestreiten von Tatsachen bzw. das Verleugnen der eigenen Begrenztheit. Der Sokrates-Check: „Ich weis, dass ich nicht weis.“ hat seinen ursprünglichen Sinn verloren, denn Glauben und Wissen sind nicht mehr strikt voneinander zu trennen, sondern der Übergangsbereich ist weit gefächert und wird durch den Relativismus der jeweiligen Situation angepasst.
Das Widerlegen von Behauptungen und das Begründen der Sinn- und Bedeutungsebenen sind heute nur noch den Wissenschaftlern und Intellektuellen vorbehalten. Doch aus der Not der unterdeterminierten Begrifflichkeiten können selbst Experten ins Schleudern geraten und verharken sich an formalistische Oberflächlichkeiten und egomanischen Selbstdarstellungsgehabe.
Die reziprok aufeinander bezogenen Perspektiven einer intersubjektiven Kommunikation zerren an der Persönlichkeit und überträgt dies meist direkt auf die eigenen Fühlmatrix. Oft ist dabei schon der klassisch-logische Fehlschluss die Folge, dass man keine gemeinsame Mitte finden kann.
Das Defizit der Sprache ist heute unübersehbar geworden. „Bild dir deine Meinung“, doch wer kann schon aus dünnprosaischen Schlagzeilen und Allerweltsbildern sich seine eigene Meinung bilden? Mir scheint es fehle an Bildung, also das grundlegende Wissen darum, wie man sich überhaupt eine eigenständige Meinung bilden kann.
Das Kernstück der Sprache ist die Körpersprache. Durch das Erlernen der Grundbegriffe, kann man zunächst einmal seine eigene Körpersprache besser verstehen - Ängste, Sorgen, Nöte, Bedürfnisse, Neigungen und Triebe werden so aus dem Unbewussten aufgezeigt. Ferner können Sprachmängel ausgeglichen werden, das Körperbewusstsein verstärkt sich und das unwirkliche SchöÖönheitsideal kann überwunden werden.
Jedes Sprachdefizit ist im engeren Sinn der Grund dafür, dass die natürliche Wechselwirkung zwischen Menschen und zwischen Mensch, Umwelt und Kosmos scheitert. Fatal ist auch die gesamte Sophistik, die volkspsychologische Verklärung, die meist keine Lösungen aufzeigt, sondern den Menschen weiter in die Einsamkeit treibt, dort wo sich phantastische Illusionen an die Wirklichkeit heften, die sich wie eine zweite Haut über die Realität stülpt und objektive Einsichten und Ausblicke verschließt.
Hinzu kommt eine Argumentationspraxis, die oft an Naivität und Infantilismus kaum noch zu überbieten ist.
Die sozialintegrative Sprache scheitert einerseits an der Blockade des Individuums, aus sich heraus den richtigen Ausdruck zu finden, anderseits ist die pathologische Störung einer verzerrten Kommunikation in den einzelnen Verhaltensmustern so festgefahren und routiniert, das selbst mit dem Wissen davon eine Befreiung nur sehr schwierig ist.
Aus falscher Höflichkeit heraus richtet man Nettigkeiten und Floskeln des Anstands auf Tatsachen, die durch die Lüge mehr entwertet werden als es die Wahrheit je könnte. Wenn mir das Essen nicht schmeckt, dann sage ich dies, auch dann wenn ich weis, dass man über Stunden hinweg in der Küche mit Liebe und Herz gekocht hat. Es kann beim nächsten Mal viel besser werden, doch meist gibt es kein nächsten Mal, denn die Koch-Exkussion endet ähnlich wie die Sprachbegriffs-Komplexität, die über Bord geworfen wird, um Luft für stupide Banalität und stereotypische Formulierungen zu schaffen, die aus Werbung, Medien und Gesellschaft vorgesetzt werden. Gibt es denn nur nur Wiederkäuer der Alltags-Medien oder kann man auch Neues wagen, ohne dünnprosaische Durchfälle???
Leider hat sich die pseudo-psychologische Analyse nach Freud, die Irrtümer des Problemlösens nach Popper, die neo-atheistische Verdummung des Individuums sowie der maximal-rationalistisch, destruktive Formalismus noch so starke Nachwirkungen, dass ein Dominoeffekt eingetreten ist, der weder mit Vernunft, Verstand und Formal-Logik nicht zu stoppen ist.
Die Modalität des Sprachgebrauchs ist heute Rollen zugewiesen. Bereits Babys und Kleinkinder werden mit verblödeter Verniedlichung und Simplifizierungen dauerhaft kontaminiert und müssen schon früh lernen, bestimmten Rollen zu entsprechen. Man hält Kinder aus bestimmten Themen heraus, in der Schule wird der Sprachgebrauch bewertet und zensiert, in der Berufswelt gibt es den Chef-Mitarbeiter-Sprachgebrauch, in der Beziehung und im Bekanntenkreis sind ebenso allgemeine Floskeln und dünnprosaische Aussagen an der Tagesordnung.
Meist sind nur wenige Freunde in der Lage die GANZE Kommunikation mit Körper, Geist und Seele als offene, nicht-gerichtete, nicht-bewertende FÜR-Sprache zu praktizieren. Bei dieser GANZEN Kommunikation benötigt man keine Mittel der formalen Semantik mit erschöpfender Analyse, weil die Körpersprache das Ironische erkennt und mehrdeutige Aussage revidieren kann.
Die Umstellung von einer verständnisorientierten zu einer einverständnisorientierten Sprachmodi, stellt den Menschen heute vor weiteren Bedingungen, die meist aus Falschheit heraus oder mit den Missbrauch der Machtansprüche einhergehen. Die regulativ autorisierte Sprachhandlung hat sich so auf beiden Seiten, die des Einsuchenden oder Bittenden und jene des Stattgebenden und Bewilligenden immer weiter voneinander entfernt.
Das „Friede-Freunde-Eierkuchen-Konzept“ der Generation Golf ist aufgrund mangelnder Echtheit genauso gescheitert, wie die Flower-Power-Generation zuvor. Wenn eine Geisteshaltung zum allgemeinen Massenphänomen verkommt und die eigentlichen Inhalte und Substanzen nicht mehr erfasst werden können, entfremdet sich der Geist aus der Substanz selbst und die Fortführung dessen führt leider ins Leere.
Was wird aus der „Alles-Scheiße-Generation“ des im absoluten Überfluss lebenden, die dennoch nie genug haben bloß werden?
Die schmale Basis, die unsere Wertegesellschaft heute hat, ist nur aus dem Mangel an Echtheit zu erklären. Kleidung, Nahrung, Wohnraum, Freizeit usw. sind in noch nie da gewesener Fülle vorhanden, doch die Liebe und Mitmenschlichkeit verwesen mit zunehmender Fülle an Konsum und Haben.
Das Offensichtliche reicht nicht aus, um geliebt zu werden. Auch das Wohlwollende und Gutmütige ist keine Garantie für Dauerhaftigkeit und Zeitlosigkeit.
Wenn ich schon die aufgebrezelten Huschen und gelackten Clowns erblicke, sprechen diese eine so deutliche Sprache der Unsicherheit, Angst und Zerrissenheit, die damit zu begründen ist, dass Ablehnung und gesellschaftliche Ignoranz so sehr gefürchtet werden, dass man sich meist in außergewöhnlicher Weise an den Gegebenheit anpasst, dass man den meisten gefallen muss.
Die gewöhnlichen Smaltalks sind überflüssig und schädlich, zeigen sie doch an, dass man eben nicht in Ganzheit miteinander, voneinander, füreinander kommunizieren kann. Daher beschränken sich die Gespräche auch meist aufs Unpersönliche bzw. man redet gern über Personen die nicht anwesend sind.
Wenn das Interesse von Medien, Werbung und gesellschaftlichen Vorgaben stimuliert wird, können selbst intelligente Menschen lange ein beschränktes Leben führen. Die Befreiung aus der beklemmenden Normung missfällt anderen und steuert so als Puffer dieser entgegen. Wer diese außerordentliche Anpassung an gesellschaftlichen Vorgaben der Formation und Normung erfolgreich absolviert, lebt im Konsum und Haben-Leben, der meist nur an materiellen und finanziellen Dingen kurze Momente der Glückseeligkeit hervorbringen, während Geist und Seele des Menschen verkümmern.
Die relevante Prioritätenverschiebung des Individualwesens wird mit Spaß und Vergnügen von der echten Freunde und des Glücks abgekoppelt.
Eine umfassende Selbstreflexion ist ohne Schmerzen und Leiden nicht möglich. Daher verzichtet man auf unangenehme Erkenntnisse und hat viele Wortumschreibungen, wie nichts, alles, etwas usw. als Ausreden parat, die sich als Schutzpanzer seiner selbst entpuppen.
Die konsequente Rekonstruktion des Begriffsrealismus harkt sich an der Form und Formung so lange fest, bis ein Perspektivwechsel einen neuen Betrachtungswinkel auf sich selbst eröffnet und man seine eigene Starrheit erkennt und sich der Geist in Bewegung versetzt. Dieses Prozedere verharrt dann wieder so lange, bis die eigene Sturheit überwunden werden kann. Sehr häufig resigniert man vor einer scheinbar absurden, irrationalen Welt, die immer nur ein Bruchteil dessen preis gibt und deren Ganzheit man mit seiner begrenzten Wahrnehmung und Erkenntnisfähigkeit nicht erfassen kann.
Bleibt die Hinwendung zum Bekannten, weil es Sicherheit gibt, wenn man dort schon einmal Glück und Zufriedenheit erfahren hat. Doch wie Hegel es schon schreib: „Das Bekannte überhaupt ist, darum weil es bekannt ist, nicht erkannt.“ Dawkins formuliert es so: „Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“
Heidegger hat auch eine schlüssige Aussage hervorgebracht: „Das Bedenklichste ist das noch nicht Bedachte.“
Tante Verona, so wie man sie aus dem Betäubungsmittel >>>GLOTZE<<< her kennt, ist eine Werbefigur. Hat sich bei Meister Proper jemand wegen seiner Mängel beschwert? Oder beim ostfriesischen Otto-Normal-Tee, dass das Wölkchen nicht über die Tasche schwebt?
Na ja - solange man sich über die Fehler der Anderen unter_hält, solange kann man seine eigene Dummheit leugnen.
Das Leugnen ist stets wie das Lügen. Dämlich der, welcher dies NICHT weis.
Es gibt sie immer noch... ... und ich frage mich wer liest denn noch Zeitung?
> Nachrichten vom Vortag > schöÖöne Cellulose, hätte man auch zum Ar*** abputzen verwenden können > Medienpropaganda vom Feinsten - und dies auch noch bei den Denkschläfern, welche den Gedanken für das denken an sich halten - puuuuuuuuuuuuuh
Zitat von SchamaneIch wollte erst nicht, aber fassen wir den obigen Essay zusammen:
a) Außer mir selber sind alle ganz doof und angepaßt und reden auch ganz doof und angepaßt. b) Darum geht die ganze Welt den Bach runter. c) Ich mache das anders: Wenn mir das Essen nicht schmeckt, hau' ich das dem Koch um die Ohren. d) Und werfe dabei mit Hegel, Heidegger und Wittgenstein um mich. Das beeindruckt die meisten. e) Bahnbrechend, oder wie? Und so entsteht dann, keine Ahnung, das sehn wir, wenn's soweit ist.
---
Ich grüße Fritz-Franz samt Fühlmatrix.
Hallo Fritz-Franz,
leider ist Deine Zusammenfassung dünnprosaischer Durchfall und Du weist das.
Na ja - Hauptsache ist doch, man hat "ETWAS" dazu schreiben können, nicht wahr?
der Text stammt von einem Aufsatz für die Deutsche Sprachforschung und wurde auf ein Minimum reduziert. Die Bücherliste ist recht lang und deshalb verweise ich zum Denk-Forum, wo ich diese als Blog gepostet habe.
Konkrete Fragen werden konkret beantwortet. Offene Fragen werden offen beantwortet. Falsche Fragen werden falsch beantwortet. Dumme Fragen werden dumm beantwortet. ACHTUNG! Keine Fragen können auch beantwortet werden.
Wegen Zeitmangel werde ich den Rest Deiner Fragen zur gegebenen Zeit beantworten.
Zitat von SchamaneIch wollte erst nicht, aber fassen wir den obigen Essay zusammen:
a) Außer mir selber sind alle ganz doof und angepaßt und reden auch ganz doof und angepaßt. b) Darum geht die ganze Welt den Bach runter. c) Ich mache das anders: Wenn mir das Essen nicht schmeckt, hau\\\' ich das dem Koch um die Ohren. d) Und werfe dabei mit Hegel, Heidegger und Wittgenstein um mich. Das beeindruckt die meisten. e) Bahnbrechend, oder wie? Und so entsteht dann, keine Ahnung, das sehn wir, wenn\\\'s soweit ist.
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Ich grüße Fritz-Franz samt Fühlmatrix.
Hallo Fritz-Franz,
leider ist Deine Zusammenfassung dünnprosaischer Durchfall und Du weist das.
Den falschen Esel geprügelt, Axl. Diese Zusammenfassung ist von mir, nicht von Fritz-Franz.
Zitat von Aktivdenker der Text stammt von einem Aufsatz für die Deutsche Sprachforschung und wurde auf ein Minimum reduziert.
Das erklärt nicht alles, aber doch einiges.
Vielleicht bietest Du uns anstatt dieser unverdaulichen zusammengestückelten Collage da oben einmal Deine eigene, allgemeinverständliche Zusammenfassung, wobei Du den geisteswissenschaftlichen Slang auf ein Minimum reduzierst, und tust ganz nebenbei noch etwas für die Diskursethik durch den Verzicht auf plump-direkte Beleidigungen. Und dann sehen wir weiter.
Zitat von Aktivdenkerleider ist Deine Zusammenfassung dünnprosaischer Durchfall und Du weist das.
und hier
<blockquote><font size="1">Zitat von Aktivdenker
@ Schamane:
Du kennst sicherlich die Sexualdeterminantion zu Deinem Nick? Oder ist Dein Schamgefühl hemmungslos?
und anderswo. Reichlich daneben, mein Lieber, und nicht nur intellektuell.
---
Vielleicht ist es Dir gar nicht bewußt, aber Du kommst 'rüber wie "Ich bin hier der große Durchblicker unter lauter Denkbehinderten." Als hieltest Du Dich für den einzigen hier, der halbwegs zwei oder drei kritische Gedanken aneinanderstricken könne.
Sofern dies aber nicht Deiner wirklichen Haltung gegenüber dem Rest der Welt entspricht, soll mich das nur freuen.
Deshalb folgender Vorschlag: vergessen wir diesen Fehlstart und fangen von vorne an. Wo steckt Deiner Ansicht nach der Wurm im zeitgenössischen Sprachgeschehen, welche Folgen hat das für die Sprechenden, und was wäre eine Alternative?[/quote]
Hallo Schamane!
Das ist keiner Beleidigung, sondern der Ausdruck dessen, was ich für angemessen halte. Wenn Dich das beleidigt bzw. sich Deine Fühlmatrix durch die Wahrheit beleidigt fühlt, dann hast Du das Problem allein. Mir sind diese modisch glatt gebügelten Nettigkeiten, die gelogen sind, einfach zu wider. Genau diese Thematik ist u.a. auch in meinem Eingangsposting benannt worden.
Hier nochmal ein kurzer Artikel zum Thema Beleidigung:
DENKSCHRIFT Sonderausgabe Version: 1.1.1 ohne Lektorat
Beleidigungen
Was ist eine Beleidigung? Wann ist es keine Beleidigung? Wer kann jemanden Beleidigen?
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Nichts ist schlimmer als die Missverständnisse der Menschen mit sich selbst und mit seiner Umwelt, als Natur und Mitmenschen.
Die Sinnhaftigkeit und die Wahrheit der Bedeutung der Wörter sind sehr häufig so verfälscht und irreführend, dass sich viele Menschen schon bei der kleinsten Äußerung, die nicht wohlwollend und modisch glatt gebügelt ist, sich beleidigt fühlen. Doch ist dies recht und gerecht?
Nur was ist eine Beleidigung? Die Beleidigung ist im Allgemeinen eine Ehrabschneidung, auch Invektive, genannt, die die persönliche Ehre unter Kundgabe der Missachtung einer Person zu folge hat. Auch das Nichtbeachten, das Nicht-Akzeptieren der Ehre von Personen ist eine Beleidigung. Dies ist zwar nicht aus strafrechtlicher Hinsicht so, aber aus ethisch-moralischer Sittlichkeit heraus, ist es beleidigend wortlos an einem bettelnden Mensch vorbei zu rennen und ihn noch nicht einmal das Mindestmaß an Respekt und Ehre eines jeden Menschen zu teil werden zu lassen.
Das Thema ist etwas komplizierter, weil wir einerseits viele Begrifflichkeiten zunächst einmal Klarheit verschaffen, anderseits die strafrechtlichen relevanten Konsequenzen aufzeigen müssen.
Strafbar im Sinne des Strafgesetzbuches (§ 185 StGB) ist die Kundgabe der Missachtung gegenüber dem Beleidigten oder Dritten, wobei der Sinn, die Bedeutung und der Gesamtzusammenhang in dem die Kundgabe der Beleidigung statt fand zu berücksichtigen ist.
Was heißt das? Eine bloße Unhöflichkeit und Taktlosigkeit, ebenso die Provokation sind NICHT als Beleidigung zu werten. Achtung! Es geht hier nur um die strafrechtliche Relevanz nach dem Deutschen Strafgesetzbuch. Ich habe mich sehr intensiv mit dieser Problematik beschäftigt, weil ich als Freidenker und Aktionskünstler sehr häufig mit der Provokation, mit der taktlosen Unhöflichkeit und mit meiner Wahrheitsliebe an die Grenzen der strafrechtlichen Beleidigung anstoße, jedoch stets vermeide direkte beleidigend zu sein.
Gerade in der letzten Zeit habe ich die eine oder andere Strafanzeige wegen angeblicher Beleidigung bekommen, sie konnten bisher aber alle eingestellt werden. Nur woran liegt es, dass die Menschen sich so häufig beleidigt fühlen?
Und die Antwort können wir aus fast jeder Frage selbst assimilieren. Es sind unsere Gefühle, die sich beleidigt fühlen und eben nicht die Ehre einer Person. Wenn ich beispielsweise meinen ehemaligen Chef, der selbst promovierter Chemiker und Geschäftsführer eines mittelständigen Unternehmens ist, mit Dr. Sekten-Fuchs anrede, das mag er sich beleidigt fühlen und das zu recht, nur der Sinn, die Bedeutung der Worte müssen wir hierbei ganz klar zu Geltung bringen. Er ist aktives Mitglied einer Sekte und das seit mehreren Jahren und die Bedeutung des Wortes Fuchs, entspricht dem Verstand, der Logik, des Denkens. Er kann mich ruhig anzeigen, nur werden wegen solch Bagatellen unsere Gerichte regelrecht bombardiert, sodass es aus gerichtlicher Seite meist sehr lange dauert, bis die Anträge bearbeitet werden und wenn es dann einmal zur Verhandlung kommen sollte, sind die Tatsachen oft schon wieder vergessen oder es stehen bereits die nächsten Probleme vor der Tür.
Die Welt ist voller Beleidigungen, voller Lügen und Betrügereien. Wir müssen daher mit vollem Bewusstsein durch die Welt gehen und müssen uns die Wirkung selbst herausfiltern. Die Werbung ist eines der gravierenden Probleme mit Lügen und Beleidigungen in der heutigen Zeit. Kaum ein Werbeslogan, der mit Wahrheiten behaftet ist. Kaum ein Kosmetikwerbung, welche die Konsumenten nicht beleidigt. Beispiel: „Weil ich es mir wert bin.“ Das hat doch die Aussage, Menschen die dieses Produkt nicht konsumieren, sind es nicht wert, sie sind also wertlos.
Daher gilt doch eins: Der Informierte, derjenige der die Information empfängt, erzeugt sich die Wirkung selbst, weil der Informator, derjenige, der die Information sendete, nur die Ursache dieser Wirkung ist. (siehe Kommunikationsmodel) Ursache und Wirkung sind genau so zu trennen wie der Sender und der Empfänger einer Information.
Meine ganz persönliche Meinung: Mich kann man nicht beleidigen, zu mindestens nicht so einfach. Dafür müssen mehrere Faktoren zusammen treffen. Einmal muss die Person mich persönlich kennen, also Kenntnis von mir als G A N Z E N Axl haben und weiterhin muss die Person schon mit Format und Wahrhaftigkeit diese Beleidigung ausdrücken. Das können demnach nur sehr wenige Leute sein. Mir ist es gleich, wer, wie und was man über mich denkt oder sagt, weil nicht das gesagte und beleidigende zählt, sondern das, was man als Antwort auf diese Beleidigung erwidert.
In manchen Fällen ist jede Antwort überflüssig. Dies ist immer dann der Fall, wenn mit Unwahrheiten und Lügen die Beleidigung einhergeht. Wenn jedoch Tatsachen dafür sprechen und er Beleidigte sich selbst zum Geäußerten nichts erwidert, dann hat der Beleidigte der Tatsache stillschweigend zugestimmt. Ausnahmen gibt es wie immer und überall: Es gibt Menschen, die aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur und ihren Erlebnissen und Erfahrungen unter Schutz zu stellen sind. Das ist ethisch-moralische Sittlichkeit, den Schwächeren zu beschützen und Schutz zu gewähren. Weiterhin gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, also wie ist das Verhältnis der Aussagen und Beleidigungen in Relation zu dem Antworten und Erwidern dieser Äußerungen. Lohnt es sich überhaupt, eine Antwort zu geben oder sollte man die Kommunikation nicht lieber einstellen?
Die Problematik liegt eindeutig bei denjenigen, die sich beleidigt fühlen. Es zeigt sich doch ganz klar, dass die Gefühle eine elementare Bedeutung haben, die wir als Menschen nicht abstreiten können. Jedoch vertrete ich die Meinung, dass Menschen mit weniger Selbstwertgefühl viel schneller beleidigt sind, als jene die mit vollem Bewusstsein und gut gestärktem Selbstbewusstsein durch die Welt gehen. Mir ist es gleich, was Lieschen Müller zu mir sagt, weil sie kann noch zu viele Schimpfworte über mich sagen, jedoch bringt sie damit selbst ihr Inneres nach Außen und sie tut mir mehr leid, aus Mitleid und Mitgefühle (Empathie) heraus, ohne nur selbst beleidigt worden zu sein.
Aber das ist nur meine Meinung.
WICHTIG! Nicht berücksichtigt sind Nötigungen, Verleumdungen, üble Nachrede, Schmähkritiken und Querulanten, Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, Beschimpfungen, Meinungsfreiheit und Freiheit der Kunst. Von daher ist diese Denkschrift nur über die einfach Beleidigung. Es ist keine Rechtsberatung, sondern eine Denkschrift, die einem zu Denken geben sollte.
Ist Dir schon aufgefallen, daß das von Dir angeführte Wort Ludwig Wittgensteins einen Sprung hat?
Gruß von Fritz-Franz
Hallo Fritz-Franz,
da ist kein Sprung.
"[1] Wieviel von dem, was wir tun, besteht darin, den Stil des Denkens zu ändern, [2] und wielviel von dem, was ich tue, besteht darin, den Stil des Denkens zu ändern, [3] und wieviel tue ich, um andere zu überzeugen, ihren Denkstil zu ändern."
Dieses Zitat zeigt eine Art des Multiperspektivdenkens an. 1. verdeutlicht die Veränderung des Denkens in allgemeiner Hinsicht 2. verdeutlicht die Aktivität meiner Denkbewegung 3. verdeutlicht, dass ich den richtigen Ausdruck finden muss.
Das Kommunikationsmodell geht davon aus, dass jeder sich selbst die Wirkung erzeugt. Die Information ist nur die Ursache.
Lieben Gruß Axl
PS: Wenn das Denken zu anstrengend wird, nicht verzagen, da läuft nichts heiß. Eventuell mehr Bewegung, bessere Ernährung....
Möge auch die Kraft der Sprache jene erreichen, welche das Worteln noch nicht beherrschen. Auch ich übe mich noch im Klang Deiner Worte zu baden und die Inhalte und Substanzen zu erfassen.
Es ist nicht leicht in Deiner Textur einzutauchen, aber möglich scheint es allemal. Die Sprachmodi fördert das verlassen der Form, Formung und Formatierung, um Bedeutungen besser zu verstehen.
Zitat von Fritz-FranzDas Du und das Ich: beide befinden sich im Wir.
Lieber Fritz,
das Wir ist ein so starkes Wort, dagegen verblasst das Du und das Ich.
Wozu sind wir hier? Wozu nützt dies?
Die Antwort: Damit wir hier sind, damit wir voneinander, füreinander, miteinander kommunizieren.
Wir haben eine evolutions-biologische Verpflichtung zur Kommunikation. Das ist durch die Jahrzehnte andauernde Arbeit der Herren Maturana und Varela im "Baum der Erkenntnis" detailliert beschrieben worden.
Weiterhin haben wir eine sozial-philosophische und gesellschaftspolitische Verpflichtung zu Kommunikation, welches Hannah Arendt in ihrem sehr umfangreichen Gesamtwerk immer wieder herausstellte und eindringlich darauf hinwies. Es geht auch nicht NUR um den Sinn an sich, sondern vielmehr um die Bedeutung. Welch eine Bedeutung hat dies für Dich, für mich, für uns, für andere?
„Wieviel von dem, was wir tun, besteht darin, den Stil des Denkens zu ändern, und wielviel von dem, was ich tue, besteht darin, den Stil des Denkens zu ändern, und wieviel tue ich, um andere zu überzeugen, ihren Denkstil zu ändern.“
Ich meinte, der rot markierte mittlere Satzteil wäre im ersten Satzteil enthalten.
Gruß von Fritz-Franz
Zunächst einmal zum Kontext des Wittgensteinzitates:
Es ist aus den "Vorlesungen und Gesprächen über Ästhetik, Psychoanlalyse und religiösen Glauben" von 1938, erschienen im Fischer Verlag [ISBN-3-596-14653-4]. Es geht um den dritten Abschnitt des ersten Kapitels "Vorlesung über Ästhetik", der sich der physikalischen und psychologischen Erklärung widmet, was beim Hören eines Musikstückes im Menschen vor sich geht. Im Prinzip macht Wittgenstein Propaganda, wie er das selbst bezeichnet, einen gewissen Denkstil im Verhältnis zu einem anderen auszudrücken und die Unterscheidung der Denkperspektive zu verdeutlichen. Gerade beim Beispiel der Ästhetik nämlich können wir feststellen, dass die Auslegung, Bewertung und Gewichtung individuell differenziert ist und eine ganze Menge an Reizen für diese Verschiedenartigkeit verantwortlich sind. Um das Zitat auf ein Minimum zu verkürzen, kann man die Frage stellen, wie viel wir doch tatsächlich dafür tun, unseren Denkstil zu ändern.
Mich interessieren dabei folgende Aspekte: > Wie festgezurrt und verankert ist unser Denken? > Welche Freiräume sind im Denken noch möglich? > Können wir uns aus den Verstrickungen des Denkens über unsere Prägung hinaus befreien? > Und wenn ja, wird die neue Betrachtungsweise der Dinge auch über unser Handeln und Tun zum Ausdruck gebracht?
Ich könnte diese Fragestellungen nahezu unendlich fortführen. Warum ist das?
Die Neurobiologie gibt dazu Auskunft. Wir sind - so auch die Psychologie - das Produkt unserer Erlebnisse und Erfahrungen und "Spuren im Gehirn" sorgen dafür, dass neuronale Netzwerke im Gehirn miteinander in Verbindung stehen. Es gilt die bekannten Muster des Denkens zu verlassen, um eben etwas NEUES auch dem ALTEN abgewinnen zu können.
Nichts ist schlimmer als in routinierten und bekannten Gefilden zu leben. Da Bekannte ist eben nicht erkannt. Doch man drängt sich selbst - aus der Erfahrung und dem Erlebnis heraus - in jene Bereiche, die einem bekannt und sicher erscheinen. Der Mensch fürchtet sich vor seiner Freiheit und zieht deshalb die Sicherheit vor. Doch wer sicher ist, der ist eben NICHT frei. Freiheit und Sicherheit, bei ausgleichender Wechselwirkung eben die Gerechtigkeit sind Dialektische Begrifflichkeiten, welche eben konträr zueinander stehen und niemals als absolutes Gültigkeit haben können. Seit der franz. Aufklärung werden Freiheit und Gleichheit in einem Atemzug genannt und gemeint ist freilich eine Gleichwertigkeit, weil es eine Gleichheit unter Individuen NICHT geben kann. (siehe Zwillingsforschung)
Es gelten daher folgende Sätze:
Je mehr Freiheit, desto weniger Sicherheit. Je mehr Freiheit , desto weniger Gerechtigkeit. Je mehr Freiheit, desto weniger Gleichwertigkeit. Und umgekehrt gilt selbiges.
Heute werden diese Fragen nach sozial-politischen Aspekten erörtert, wobei die Freiheit, eben wegen der Individualität des Menschen die größere Rolle spielt.
Am Beispiel der ehemaligen DDR kann man erkennen, wie es ist, wenn Sicherheit, Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit vor der Freiheit präferiert werden. Der Arbeiter und Bauernstaat hat für alle seine systemtreuen Bürger gesorgt, doch die Freiheit war massiv eingeschränkt. Am Ende hat es sich gezeigt, dass die FREIHEIT das WICHTIGSTE ist. Daher hat sich die gewaltfreie Revolution von unten, vom Volk selbst quasi gegen die Obrigkeit erhoben. "Wir sind das Volk." Diese Aussage war keine Parole, sondern es ist noch immer die Realität - so wie wir das gestern auch bei der Bundestagswahl erlebt haben. Wir wählen unsere Volksvertreter und diese Volksvertreter vertreten das Volk. Wenn man sich getreten fühlt, dann hat das Volk eben seine Stimme jenen gegeben, welche NICHT die eigene Meinung und Interessen vertreten, sondern zertreten.
Für mich als FREIEN Künstler ist ganz klar die Freiheit das wichtigste, um mich überhaupt sicher zu fühlen. Das mag zwar bei der ersten Betrachtung einen Widerspruch darstellen, ist es aber nicht. Ich muss in meinem Schaffen die bekannten Wege verlassen, mich loslösen von Bindungen der Lehren und Überzeugungen, mich frei machen, locker lassen, um dann die Sicherheit in der natürlichen Wechselwirkung mit mir selbst, als Selbstverbindung so zusagen und mit meiner Umwelt, als Natur und Mitmenschen.
Wir können eben NICHT in einem gedachten Vakuum existieren, sondern wir sind fortwährend unseres gesamten Leben in einer Umwelt, mit einer Umwelt eingebunden.
Erst wenn ich diese natürliche Einbindung in meinen Freiraum des Denken und Handelns voll zogen habe, fühle ich die Bereitschaft dazu, mit einer mir selbst vertrauten Sicherheit - Selbstsicherheit - Selbstbewusstsein - das kreativ schöpferische handeln zu vollziehen.
Daher liegt mir an diesen Zitat sehr viel.
Um Deine Frage nun konkret zu beantworten: Ja - der rot markierte Satzteil ist in vorherigen enthalten, aber dies ist doch nur ein Hinweis darauf, dass man noch einmal zurück muss, um eben das noch nicht bedachte zu bedenken.
Zitat von AktivdenkerWir haben eine evolutions-biologische Verpflichtung zur Kommunikation. Das ist durch die Jahrzehnte andauernde Arbeit der Herren Maturana und Varela im "Baum der Erkenntnis" detailliert beschrieben worden.
Sie setzen die Kenntnis der Schriften dieser von Ihnen genannten Personen und ihrer sonstigen Ansichten und in Schrift gemeißelten Weisheiten voraus. Aber wir (insbesondere ich) kennen diese Denker oder Dichter nicht. Ist es Arroganz Ihrerseits? Ich hoffe nicht. Ich bin zu jeder Schand- und Lerntat bereit, weiß aber wiederum nicht, wo und bei wem ich anfangen soll?
Ein kluger Mann (ich hoffe, er war klug) hat einmal gesagt: <blockquote><font size="1">Zitat von Giovanni Guareschi
Die Philosophen sind wie Zahnärzte, die Löcher aufbohren, ohne sie füllen zu können.
[/quote]
Hallo Andy,
Die Herren Varela und Maturana sind Neurobiologen und haben in über 20 Jahren erforscht, wie das Erkennen der Kenntnis zueinander in Wechselwirkung stehen. Es gehört wohl zu den wichtigsten Büchern, welche ich jemals gelesen habe. Das Buch ist nicht leicht zu verstehen, weil es eine Zusammenfassung der gesamten Forschungsarbeit darstellt und die Denkensprünge von Einzellern zu Metazellern recht sprunghaft sind. Das Kapitel 7 beschäftigt sich mit dem kognitiven Prozess, also das Erkennen selbst und im 10 Kapitel ist die Zusammenfassung, dass wir auf Kommunikation angewiesen sind.
Hannah Arendt ist eine Publizistin und Philosophin, die bedeutendste weltweit überhaupt. Ihr Schaffenswerk ist sehr umfangreich und befasst sich mit der Sozialphilosophie. Ihr Wer über den Eichmannprozess in Israel "Die Banalität des Bösen" zeigt die persönliche Verantwortlichkeit des Individuums und weiter ist man nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern wird auch zur Verantwortung gezogen. Ich liebe diese Denkerin sehr.