Hallo Peter,
eine Neuschöpfung ist "Quest" als Substantiv sicher nicht, sondern ein alter und etablierter Begriff der englischen Sprache, wie in "Quest for the Holy Grail". Das deutsche Wort "Suche" trifft es nur teilweise. "Quest" ist eine Reise, deren Zweck das Finden eines Gegenstandes, einer Person oder die Lösung einer Aufgabe ist. Dabei ist es oft ungewiß, wohin die Reise führt, welche Stationen auf ihr angesteuert werden, und oft ergibt sich eine Station aus der vorhergehenden. Im Deutschen gibt es, soweit ich sehe, keinen Begriff, der all dies in einem Wort umfaßt.
Die "Arbeiten" des Herakles, die Argonautenfahrt, die Äneassage, die Odyssee, die schon erwähnte Suche nach dem Heiligen Gral, aber auch die urdeutsche Suche nach der Blauen Blume der Romantik, alle diese Sagen und Legenden fallen unter das, was im Englischen als "Quest" bezeichnet wird.
"Quest" in diesem Sinne ist auch das Thema vieler Computerspiele, wobei oft auf mittelalterliche Quest-Legenden zurückgegriffen wird. Es ist also kein Wunder, daß der englische Begriff "Quest" sich für Spiele mit Quest-Thematik oder zumindest -elementen durchgesetzt hat.
Das Wort "Quest" ist im Deutschen fraglos ein Anglizismus, in der Form eines unverändert übernommenen englischen Wortes.
Soviel zum Substantiv. Das aus der "Quest" entwickelte Verb "questen" lese ich in Ihrem Beitrag zum ersten Mal. Ich finde es, ehrlich gesagt, ein scheußliches Wort, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Wichtiger als mein Geschmack ist die Definition von "questen", die mir nicht klar wird. Ich würde zunächst "questen" als "sich auf eine Quest begeben" verstehen, aber das ist wohl nicht, wie es unter Computerspielern benutzt wird. Deshalb möchte ich Sie bitten, zu definieren, in welcher Bedeutung "questen" unter Computerspielern verstanden wird.