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Fernsehtipp 05.04.2008, 21.00 Uhr - PHOENIX - Versunkene Metropolen
in Buch-, Radio- und Fernsehtipps
30.03.2008 17:21
von
AndyOSW
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PHOENIX - Versunkene Metropolen
05.04.2008 21:00-21:45
Spuren der Geschichte
1906 brach der deutsche Gelehrte Hugo Winckler zu einer Expedition nach Boghazköy in Anatolien auf. Nachdem 1893 Tontafeln von Boghazköy zu europäischen Wissenschaftlern gelangten, geriet der abgelegene Ort ins Visier der Forschung. Denn die uralten Dokumente waren zwar in lesbarer Keilschrift, jedoch in einer unverständlichen Sprache geschrieben. Ähnliche Exemplare tauchten auch in Syrien und Kleinasien auf, und alle benannten einen "König von Arzawa". Der Name ließ die Experten aufhorchen, erschien er doch auch in den so genannten Amarna-Briefen des Pharaos Echnaton. Schon 1905 hatte Winckler auf einer kurzen Erkundungstour in der verlassenen Festung 35 Tontafeln geborgen, vermochte sie aber nicht zu entschlüsseln. Doch diesmal gruben seine Arbeiter unzählige weitere Exemplare aus, die im bereits bekannten Akkadisch, der Diplomatensprache des Alten Orients, abgefasst waren. Dem genialen Professor, der Keilschrift und Akkadisch flüssig las und verstand, fiel es wie Schuppen von den Augen: Er hatte die politische Korrespondenz der Hethiter vor sich.
Als Highlight fand Winckler sogar eine Abschrift des ältesten beurkundeten Friedensvertrages der Weltgeschichte. Darin besiegeln der Hethiterkönig Hattusili und Pharao Ramses II. ewige Freundschaft zwischen dem Land Hatti und Ägypten. Boghazköy musste demnach Hattusa sein, die Hauptstadt eines vergessenen Weltreichs. Das Volk der Hethiter entwickelte sich im 2. Jahrtausend vor Christus zur militärischen "Supermacht" in Klein- und Vorderasien, bis es fast spurlos verschwand. Abgesehen von den wenigen Erwähnungen in der Bibel und in ägyptischen Texten fehlen historische Aufzeichnungen über die gefürchteten Krieger. Schon die Griechen und Römer wussten nichts mehr über sie.
Wiederholung: 09.04.2008, 19.15 Uhr