PHOENIX - Deutsche in Amerika - Dokumentationsreihe in vier Teilen
20.03.2008 22.15-23.00 Uhr - Ins gelobte Land
20.03.2008 23.00-23.45 Uhr - Der Preis der Freiheit
20.03.2008 23.45-00.30 Uhr - Little Germanies
21.03.2008 00.30-01.15 Uhr - Ein Volk verschwindet
Besonderes Augenmerk möchte ich auf den vierten Teil ("Ein Volk verschwindet") lenken:
Die Deutsch-Amerikaner bilden zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine der wichtigsten ethnischen Gruppen in Wirtschaft, Finanzen, Bildung, Forschung und Landwirtschaft. Mit Sorge wendet sich ihr Blick jetzt auf die alte Heimat.
Es sind die gleichen Muster, die schon während des Ersten Weltkriegs Deutsch-Amerikaner unter Druck setzten: Alles Deutsche wird aus der amerikanischen Sprache verbannt. Deutsche Namen werden amerikanisiert, deutsche Kultur verschwindet aus dem öffentlichen Leben. Während beider Weltkriege versuchen die Deutsch-Amerikaner ihre Identität zu verbergen. Viele werden als Spione verdächtigt - so auch Max Ebel, der sich in Amerika freiwillig zum Kriegsdienst meldet, aber wegen seiner Mutter nicht in Europa eingesetzt werden will. Das wird ihm zum Verhängnis. Er wird verhaftet und für viele Monate interniert.
Die USA legen erstmals in ihrer Geschichte Einwanderungsquoten fest, seit die Massenflucht aus Europa Amerika erreicht hat. Das renommierte jüdische Ärzteehepaar Nathorff aus Berlin hat Glück und darf bleiben. Beinahe mittellos kommen sie in New York an, das sich rasant zum größten Flüchtlingslager der USA entwickelt. Hertha Nathorff, einst gefeierte Leiterin einer Kinderklinik in Berlin, hat das Drama ihrer Vertreibung in einem erschütternden Tagebuch aufgezeichnet. In New York muss die Chefärztin als Putzfrau und Barpianistin jobben, finanziert ihrem Mann das Studium und darf selbst in Amerika nicht als Ärztin praktizieren. Nach Kriegsende dauert es noch Jahrzehnte, bis sich das Verhältnis zu den Deutsch-Amerikanern normalisiert. Heute sind sie vollkommen im "Meltingpot" aufgegangen.