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Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 23.11.2007 11:00von Schamane • Moderator | 926 Beiträge
In Antwort auf:
DEUTSCHE SPRACHWELT
http://www.deutsche-sprachwelt.de
- PRESSEMITTEILUNG -
Ein Spruch für NRW: „Land mit Energie“
Erlangen, 23. November 2007 – Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens soll
den Plan fallen lassen, mit hohem finanziellen Aufwand einen englischen
Spruch als Aushängeschild für das Bundesland einzuführen. Das forderte heute
die DEUTSCHE SPRACHWELT. Die Sprachzeitung bietet dem Bundesland statt
dessen kostenlos einen Spruch auf deutsch an. Mit den dadurch eingesparten
Millionen solle die Landesregierung die deutsche Sprache fördern.
„Europe’s creative heartbeat“ – so oder so ähnlich soll einem Bericht der
„Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ zufolge der neue Erkennungsspruch für
Nordrhein-Westfalen lauten. „Vielen Sprachfreunden ist fast das Herz
stehengeblieben, als sie von diesem Vorhaben erfuhren“, berichtet der
Chefredakteur der DEUTSCHEN SPRACHWELT, Thomas Paulwitz. Nicht nur die
Kosten für die Werbekampagne stießen vielen Bürgern auf. Die Landessprache
sei nicht Englisch, sondern Deutsch. Er schlägt darum den Titel „Land mit
Energie“ vor.
In den 1960er Jahren nannte man Nordrhein-Westfalen noch das „Land von Kohle
und Stahl“. Heute hätten sich die Zeiten geändert, und ein neues
Markenzeichen erscheine daher sinnvoll. Der Spruch „Land mit Energie“ sei
international verständlich, leicht übersetzbar und gebe die Stärke
Nordrhein-Westfalens als Quelle geistiger und materieller Energie wieder.
Zudem ähnle das Wort „Energie“ der bekannten Abkürzung „NRW“.
Bereits im vergangenen Jahr war die Landesregierung Nordrhein-Westfalens
aufgrund zahlreicher Sprachsünden in die Kritik geraten („Money & Kids“,
„Don’t drug and drive“, „Frauen-Mentoring-Programm“). Die DEUTSCHE
SPRACHWELT stellte die Ministerriege in die „Sprachsünder-Ecke“, worauf
zahlreiche Protestschreiben die Staatskanzlei erreichten. Ministerpräsident
Jürgen Rüttgers gelobte Besserung. Er wies seine Minister an, auf Denglisch
künftig zu verzichten. An dieses Versprechen erinnert die Sprachzeitung nun.
Zehn Millionen Euro soll die Kampagne für einen englischen Spruch kosten.
Viel sinnvoller wären diese Millionen in einem Werbefeldzug für die deutsche
Sprache angelegt, so Paulwitz: „Denn die Sprache ist es, die das Land
verbindet und zusammenhält.“
Als ehemaliger Ruhrpottbewohner muß ich Thomas Paulwitz zu diesem Einfall gratulieren.
"Land mit Energie", das ist erstklassig mehrdeutig und trotzdem auf den Punkt.
Bin begeistert!
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 23.11.2007 18:52von AndyOSW • 610 Beiträge
Der senatsoffizielle Tourismus-Slogan ist jetzt schon "Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin!" Ein guter Anfang, finde ich.
Solange keine realitätsfernen Werbeheinis das Sagen haben, habe ich gute Hoffnung, dass wir in Berlin nicht ein "I love Berlin!" bekommen.
Hier der offizielle Ausschreibungstext:
In Antwort auf:Hervorhebung in rot durch mich.
Ausschreibungstext
1. Vergabestelle: Der Regierende Bürgermeister von Berlin- Senatskanzlei- II
Berliner Rathaus, 10871 Berlin
Ansprechpartner: Herr Zschernack, Tel.: 9026 2237, Fax: 9026 2235
2. Vergabeverfahren: Freihändige Vergabe nach öffentlicher Bekanntmachung
3. Art und Umfang des Auftrags:
a) Entwicklung eines Slogans für Berlin
Für den Slogan ist die deutsche Sprache zu wählen; er soll aber in die wichtigen
Fremdsprachen übersetzbar sein und folgende Zielgruppen ansprechen
- die Berlinerinnen und Berliner
- die Besucher der Stadt national und international
- Investoren national und international
- Meinungsbildner, Multiplikatoren
Der Slogan soll die besondere Tonalität Berlins reflektieren und sich mit den
Slogans der wichtigsten Metropolen der Welt messen lassen können.
b) Kommunikationsdesign
Gesucht wird der graphische Auftritt der Kommunikation für Berlin: Schrift, Typographie, Farbe, ggf. graphische Elemente, Fotostil / Bildsprache
Das Berlin-Logo (Wort/Bildmarke Brandenburger Tor mit Schriftzug Berlin) soll
auch weiterhin Verwendung finden und nicht durch ein neues ersetzt werden.
Das Design muss in allen einschlägigen Medien anwendbar sein, im Internet
ebenso wie in Fernsehspots, in Anzeigen, Broschüren, bei Messen und anderen Veranstaltungen. Es gibt keine Einschränkungen.
c) Konzeption / Kreation
Gesucht wird die kommunikative Grundidee, mit der Berlin künftig national und
international für sich wirbt. Sie muss national und international tragfähig sein für
Kampagnen jeder Art und für alle Zielgruppen, siehe Ziff. 3. Buchst. a) .
Diese Grundidee muss die Positionierung Berlins als „Stadt des Wandels“, „ City of Change“ umsetzen, medienübergreifend und für alle Institutionen des Landes
Berlin einsetzbar sein.
Der Senat hat entschieden, für Berlin eine neue Dachmarkenstrategie zu entwickeln. Berlin soll zu einer starken Metropole in Europa ausgebaut werden. Dabei kommt vier Leitthemen eine besondere Bedeutung zu:
Wirtschaft und Arbeit
Soziale Stadtentwicklung
Kultur
Bildung und Wissenschaft
Die Dachmarken-Kampagne soll noch im Jahr 2007 entwickelt werden.
Im Jahr 2008 sollen in einer internen Zielgruppen-Kampagne die Berlinerinnen und Berliner, die Berliner Unternehmen und Institutionen direkt angesprochen werden. Ziel soll es sein, die Identifikation mit Berlin zu stärken.
Eine externe Zielgruppen-Kampagne soll sich 2009 an Investoren und internationale Multiplikatoren richten.
Die inhaltlichen Grundlagen der zu entwickelnden Markenstrategie können Sie schriftlich beim Regierenden Bürgermeister- Senatskanzlei- IIA Sekr anfordern oder unter http://www.berlin.de/StadtdesWandels nachlesen und herunterladen.
Alle Interessierte können sowohl einen Vorschlag für eine ausgeschriebene Leistung abgeben, aber auch für mehrere. Der beste Anbieter jeder Disziplin wird eingeladen, in einem Kreativ Team (ca. vier Workshops) den Prozess der Entwicklung der Dachmarke zu begleiten.
In einem zweiten Schritt wird zu einem späteren Zeitpunkt eine Umsetzungsagentur gesucht, um sämtliche auszuführende Maßnahmen der zwei Kampagnen an einer Stelle zu bündeln. Dafür ist eine jährlich zu wiederholende Ausschreibung mit dem besonderen Kommunikationsfokus vorgesehen. Die besten Kreativen (Ziff. 3, Buchst. a)- c) ) aus dieser Ausschreibung sind eingeladen, an der Entwicklung der Kampagnen und der sich daraus ableitenden Maßnahmen im Kreativ Team mitzuarbeiten.
Der von der Vergabestelle ausgewählte Anbieter jeder ausgeschriebenen Leistung (Ziff. 3, Buchst. a) – c) ) verpflichtet sich, dem Land Berlin die jeweiligen uneingeschränkten Nutzungsrechte gegen ein Entgelt von je 70.000 € (einschl. MwSt.) vertraglich zu übertragen.
Das Gesamtprojekt ist vorerst auf fünf Jahre angelegt und wird jährlich evaluiert. Die Koordination liegt beim Regierenden Bürgermeister- Senatskanzlei - . Entwicklung und Umsetzung der Markenstrategie erfolgen in Zusammenarbeit mit der Berliner Marketinggesellschaft Berlin Partner GmbH.
4. Nachweis über die Fachkunde, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Bieterin/des Bieters:
Dem Angebot ist beizufügen:
- Nachweis der beruflichen Qualifikation der tatsächlichen Leistungserbringer
- Steueranmeldung
- Erklärung des Finanzamtes über die Entrichtung der Steuern
- Bescheinigung der Krankenkassen über die rückstandslose Beitragsentrichtung
- Selbstauskunft
5. Besondere Vertragsbedingungen
Es gelten die „Allgemeinen Bedingungen für die Ausführung von Leistungen“ (VOL/B).
Liefer-, Zahlungs- und Geschäftsbedingungen der Auftragnehmerin oder des Auf- tragnehmers werden nur dann Vertragsbestandteil, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurden.
Die Bieterin/der Bieter sichert mit der Teilnahme an der Vergabe zu, dass sie/er über alle Rechte am eingereichten Vorschlag verfügt.
Das Nutzungsentgelt ist ein Festpreis. Mit der Teilnahme sichert die Bieterin/der Bieter weiterhin zu, dem Auftraggeber die uneingeschränkten Nutzungsrechte einzuräumen. Mit dem Entgelt sind alle Forderungen an den Auftraggeber abgegolten.
Die Abgabe eines Angebots ist für die ausschreibende Stelle kostenfrei.
6. Ablauf der Angebotsfrist: 1.Oktober 2007, 17.00 Uhr.
7. Angebote sind in einem verschlossenem Umschlag mit der Aufschrift „Verschlossen/
Markenstrategie“ zu richten an den
Regierenden Bürgermeister von Berlin- Senatskanzlei- II
Berliner Rathaus, 10871 Berlin, Raum 256, zu Händen Herrn Zschernack.
8. Gültigkeit: Die Zuschlags- und Bindefrist endet am 15. November 2007.
9. Entstehende Kosten können nicht erstattet werden.
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 24.11.2007 01:11von Schamane • Moderator | 926 Beiträge
Zitat von AndyOSW
Der senatsoffizielle Tourismus-Slogan ist jetzt schon "Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin!" Ein guter Anfang, finde ich.
Das gibt's doch schon so ähnlich...
Ich hab noch einen Koffer in Berlin
(Walter Kollo)
Und das fände ich als Slogan für Berlin gar nicht schlecht. Ein Ort, den man gerne besucht, oder an den man immer wieder gern zurückkommt. Zu meiner Schande muß ich eingestehen, noch nie in Berlin gewesen zu sein. Für uns Ruhrmenschen ist Amsterdam die geographisch nächstgelegene Hauptstadt...
In Antwort auf:
Solange keine realitätsfernen Werbeheinis das Sagen haben, habe ich gute Hoffnung, dass wir in Berlin nicht ein "I love Berlin!" bekommen.
Der Hoffnung schließe ich mich an. Und ich hoffe, daß NRW nicht mit etwas ähnlichem beglückt wird wie
"future. innovation. energy."
Nee, hau mir bloß ab mit so'm Kappes.
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 24.11.2007 18:44von AndyOSW • 610 Beiträge
Das mit dem Nach-Berlin-fahren ist eher aus der Fußballfanszene. Das DFB-Pokalendspiel findet traditionell im Berliner Olympiastadion statt. Und so ein Endspiel ist was ganz Besonderes, eben wie eine Berlin-Reise für jeden, der noch nie in Berlin war. Herzlich willkommen!
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 29.11.2007 23:53von Andrew • 162 Beiträge
Mit "Für den Slogan ist die deutsche Sprache zu wählen" macht Berlin es richtig. Ein englischsprachiger Slogan in einem nichtenglischsprachigen Gebiet wäre der falsche Weg. Auch wenn ich einen Slogan aus sonst irgendeinem Land verstehe, weil der Englisch ist, mir wäre es lieber, dass ich neben einem Original eine Übersetzung eines einheimischen Ausdrucks lese oder höre. Eigentlich sehe ich nicht ein, warum ein Land, ein Bundesland, eine Gemeinde usw. sowas überhaupt braucht. Aber wenn schon, hoffentlich bekommt NRW dann eben einen deutschsprachigen Slogan, entsprechend der Tatsache, dass es Teil des deutschsprachigen Raums ist.
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 30.11.2007 02:34von Fritz-Franz • 674 Beiträge
Einen guten Merkspruch für jene bemerkenswerte Region auf dem Globus würde ich mir wohl wünschen, einen, den sich die Inder ebenso merken könnten wie die Amerikaner. Vor kurzem hörte ich in einem Radiosender eine Amerikanerin deutlich das Wort „Eisbörg“ sprechen, als sie von dem nahe der Arktis versunkenen Kreuzfahrtschiff „Explorer“ sprach. – Phonetisch müßte also der Merkspruch von möglichst vielen Menschen mit Leichtigkeit zu sprechen sein.
Aber was soll’s! Menschen vieler Städte und Regionen haben sogenannte „Slogans“ propagiert und plakatiert, unter Aufwand von Millionen Dollars, Franken oder Euros. Mit welchem Resultat? Kennt z.B. irgend jemand in einer x-beliebigen Stadt der USA den Wahlspruch der Stadt Basel, welcher lautet: „Basel tickt anders“? Dieser Wahrspruch kostete, mit allem Drum und Dran, ca. zwei Millionen Franken. „Basel tickt anders“, spottete jemand, und erläuterte: „im Gegenuhrzeigersinn.“ Dazu meinte ein anderer: „Jedenfalls nicht richtig.“
Zur Repetition: Die Lancierung des Claims (d.h. der Behauptung) „Basel tickt anders“ ließ sich das Basler Stadtmarketing die sagenhafte Summe von zwei Millionen Schweizerfranken kosten. Diese Imagekampagne sollte zu einer Imageveränderung führen und das desolate Wohnortmarketing begünstigen u.v.a.m.
„Glück auf!“ – dieser Spruch gefällt mir; und ich meine, er könnte auch den unzähligen Amerikanern gefallen, die in Nordrhein-Westfalen ihre Wurzeln haben.
„Basel: has a different beat.“
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 01.12.2007 01:12von Andrew • 162 Beiträge
Jetzt, als du erwähnt hast, dass die Begriffe existieren, möchte ich aber doch wissen, was die bedeuten. ;)
Ich finde die nämlich nicht im Wörterbuch, wahrscheinlich weil die eben Dialektwörter sind.
Gleichzeitig frage ich deshalb auch, ob die im ganzen Ruhrgebiet allgemein bekannt und verwendet werden.
Und wie wird das "g" in "bsaelig" ausgeprochen, eher "k" oder eher "ch"?
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 01.12.2007 01:25von Andrew • 162 Beiträge
Meint du diese Bedeutungen?
http://www.ommawoerter.de/wort/baselig.htm
http://www.boenen-portal.de/index.php?mo...rm&id=160&vid=4
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 01.12.2007 15:08von Fritz-Franz • 674 Beiträge
Noch ist mir die Ruhe und Zeit vergönnt, des Schamanen Worterklärung zuvorzukommen. „Baselig“ tönt doch schon duselig. Dies Wörtchen finde ich jedoch passend für die Basler, vorallem für die Nachkömmlinge der Altvordern, welche in Frieden ruhn und auf deren Lorbeeren sie sich ausruhen. „Stadt der Methylquinazolinone, der Benzodiazepine und des Lysergsäurediethylamid“ oder kurz: „Sleep City“ wäre zwar kein Werbespruch, aber immerhin eine treffende Bezeichnung für eine Stadt, in welcher die Leute vor lauter geistiger Trägheit und Müdigkeit umfallen. „NRW – Land mit Energie“ klingt dagegen gut und schön, kräftig wie Ludwig van Beethovens Musik. Das Motto „Basel tickt anders“ ist eine Taktlosigkeit.
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 01.12.2007 16:40von Schamane • Moderator | 926 Beiträge
Wie gesagt, weder das Wort noch seine Etymologie hat irgendetwas mit der Stadt oder dem Kanton Basel und den Bewohnern beider zu tun. Der Gleichklang ist rein zufällig.
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Basel tickt anders...das ist Schwachsinn. 2 Millionen sfr für diesen Quatsch? Das schreit zum Himmel.
Positiv zu vermerken: andere Leute hatten dieselben Assoziationen wie ich, im Sinne von "tickt nicht ganz richtig" oder "ausgetickt". Das ist beruhigend, es beweist, daß mein Denken und Assoziieren nicht so völlig anders tickt als das meiner Mitmenschen.
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 01.12.2007 17:52von Andrew • 162 Beiträge
Duselig, danke Fritz-Franz. Das kannte ich, dafür erklärt das Wörterbuch mehr dazu als ich schon wußte.
Sind die Wörter "baselig" und "baseln" im Baselbiet bekannt, oder ist es eher so, dass du die Wörter aufgrund deiner oben erwähnten Verbindungen zu NRW kennst?
Schamane, danke, ja ich weiß dass die Wörter nichts mit Basel zu tun haben.
Wie wird in NRW das "g" ausgesprochen?
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 01.12.2007 20:41von Schamane • Moderator | 926 Beiträge
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Wie wird in NRW das "g" ausgesprochen? Weitestgehend wie im Hochdeutschen, als "g" am Wort- und Silbenanfang und als weiches "ch" am Wortende in Wörtern wie richtig oder baselig.
Im Rheinischen, darunter in Köln, wird g am Wort- und Silbenanfang zu j.
Beispiele:
Machet jood = Mach es gut. Leewen Jott = Lieber Gott.
Im Östlichen (westfälischen) Ruhrgebiet wird g bei manchen Sprechern nach dunklem Vokal (a, o, u) zu einem harten "ch".
Beispiele:
Guten Tach (kurz), fraach (lang) mich nich, der Zuch (kurz) is appgefaahn.
In einigen Wörtern, die auf "-rg" enden, wird g bei manchen Sprechern auch zu ch, so in Burg ("Buach") oder Berg ("Beach"), auch in Balg "Balch". Das stirbt aber aus zugunsten eines weichen ch.
RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"
in Sprachpolitik 01.12.2007 21:32von Andrew • 162 Beiträge
In Antwort auf:
Burg ("Buach")...zugunsten eines weichen ch.
Also "Burch"? Da müsste man das "r" betonen, um (abgesehen vom Kontext) von "Buch" zu unterschieden oder?
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