SPIEGEL ONLINE: Diese Begriffe hasst das Netz
Voipen, Surfen, Skypen - irgendwann kann man es nicht mehr hören. Britische Web-Nutzer jedenfalls haben genug von Web-Schlagworten. Die zehn nervtötendsten hat jetzt eine Umfrage ermittelt.
Wenn etwas neu ist im Netz, kursiert es unter einem schnell hingeschmierten Hilfsbegriff durch die Foren. Und irgendwann schreiben und sagen dann alle Worte wie Blogosphere oder Quadplay. Dass damit kaum ein Internet-Nutzer zufrieden ist, will das Meinungsforschungs-Institut YouGov mit einer Umfrage unter 2091 britischen Erwachsenen herausgefunden haben.
Abgestimmt hat die von YouGov ausgewählte Teil-Gruppe online - Internetkompetenz kann man den Befragten also nicht absprechen. Hier die britische Top Ten der Abscheu.
Folksonomy. Meint die gemeinschaftliche Verschlagwortung von Webinhalten - Fotos, Artikel, Nachrichten, Büchern.
Blogosphere. Zu deutsch: die Blogosphäre. Die Welt, die Gesamtheit aller Weblogs.
Blog. Sie sind keine Internet-Tagebücher. Sondern: Oft von Privatleuten geführte Internet-Publikationen. Sie basieren auf einer Software, die es erlaubt, Texte mit wenig Aufwand online zu stellen und Leser Artikel kommentieren zu lassen.
Netiquette. Benimmregeln für den Umgang miteinander im Netz. Es gibt keine einheitliche Liste, sondern viele, zum Teil schriftliche Vorschläge - und den gesunden Menschenverstand.
Blook. Buch, das auf einem oder vielen Weblogs beruht.
Webinar. Ein Seminar, das nur im Web stattfindet.
Vlog. Ein Blog mit regelmäßigen Video-Einträgen.
Social Networking. Dienste wie Xing oder Facebook, die im Netz ein zum Teil bestehendes Freundesnetzwerk zum Teil abbilden, zum Teil neu schaffen. Kleinste Einheit: persönliche Profilseiten.
Cookie. Meint im Netz meist einen Webcookie, einen von Webseiten angelegten Eintrag in einer speziellen Datei des Internetbrowser. Identifiziert den Rechner und Nutzer, wenn er später einmal wieder dieselbe Internetseite ansteuert.
Wiki. Web-Angebote, die von den Nutzern im Netz geändert werden können. Wiki meint ursprünglich diese Software zum Wissensmanagement.
Haben Sie bessere Begriffe für diese Dinge? Oder hier nicht erwähnte Wort-Widerwärtigkeiten aus dem Web? Schicken Sie uns Ihre Kandidaten: E-Mail genügt!
lis
Bevor Missverständnisse aufkommen, bei obigem Artikel geht es nicht um Engleutsch oder Denglisch, sondern um neu geschaffene englische Vokabeln für neu auftauchende Begriffe aus der Internetwelt, befragt wurden Briten. Ist das nun kreativitätsfeindlich? Was haben die Briten gegen Wikis, Weblogs/Blogs, Vlogs? Das sind doch kurze, eindeutige und treffende Vokabeln. Umschreiben kann jeder, Neues schaffen nicht.