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Fernsehtipp 11.05.2007, 13.05 - arte - WunderWelten
in Buch-, Radio- und Fernsehtipps
05.05.2007 20:16
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Moderator
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arte - WunderWelten
11.05.2007 13.05-14.00
Nu Shu - Ein weiblicher Geheimcode in China
"WunderWelten" erkundet die wenig erschlossenen Regionen dieser Erde. Dabei verrät die Dokumentationsreihe Wissenswertes über Kultur und Religionen der einheimischen Volksgruppen sowie Erstaunliches über die exotische Tier- und Pflanzenwelt.
Regie: Yue-Qing Yang
Im feudalen China hatten Frauen keine Bildungsmöglichkeiten und waren zu gesellschaftlicher Isolation verurteilt. Für gewöhnlich wurden ihnen sogar die Füße eingeschnürt und sie dadurch lebenslang verstümmelt. So grenzt es an ein Wunder, dass in der zur Provinz Hunan gehörenden Region Jianyong Bäuerinnen eine eigene Schriftsprache entwickeln konnten: Nu Shu, was übersetzt so viel wie "weibliche Schrift" bedeutet. Da die Männer im Reich der Mitte Frauen schlechthin für minderwertig hielten, kümmerten sie sich nicht um diese neue Schrift, und so blieb sie über Jahrhunderte hinweg unentdeckt. Erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die chinesischen Behörden auf Nu Shu aufmerksam. Man befürchtete, es handle sich bei dieser eigenartigen Schrift um einen Geheimcode ausländischer Spione. Die zentrale Figur dieser faszinierenden Dokumentation ist die 86-jährige Yang Huanyi, die der Regisseur in der Nu Shu-Region ausfindig machte. Sie ist der einzige noch lebende Mensch, der Nu Shu lesen und schreiben kann. Auf den Spuren der mit Nu Shu verbundenen Gebräuche und deren Rolle im Leben der Frauen enthüllt der Film eine weibliche Subkultur, die aus dem Widerstand gegen die Dominanz der Männer geboren wurde. Er zeigt Parallelen zum Widerstand der Yao-Minderheit gegen die konfuzianische Kultur der Han-Chinesen auf und verdeutlicht, dass die Ursprünge von Nu Shu auf eine Reihe von Bräuchen zurückgeführt werden können, die eindeutig den Yao zuzurechnen sind und den Erfindungsgeist der Frauen beflügelten.